Schneewittchen

Schneewittchen

Schneewittchen

Biography

Schneewittchen sind vital und uralt wie die Grausamkeit der Märchen. Mit ihren Liedern führen sie das Publikum an einen dunklen Ort der ausgestoßenen, verdrängten und abseitigen Gefühle. Dort zelebrieren und sezieren sie alles – von der Liebeserklärung bis zum Mord, von der Lust am Leben über den Schmerz bis zur Sehnsucht nach dem Tod. Die Sängerin, Marianne Iser, ist nicht das Cinderella-Blondchen, sondern die monströse Gothic-Barbie, die schrille Hohepriesterin eines dunklen, archaischen Reiches – bitterböse und tragikomisch zugleich. Sie ist davon besessen, Tabus zu brechen, zu provozieren und konfrontieren. Nebenbei rechnet sie mit dem Klischee der heiligen Hure ab. Sie rebelliert, schreit und kämpft, schlägt und erleidet Wunden. Dazu fährt sie ihr unglaublich markantes Organ voll aus. Ihre Stimme dreht sie problemlos aus der dunkelsten Tiefe bis an die Glasbruchkante hinauf. Schneewittchens Pendant, Thomas Duda, ist der bleiche Tastenmann. Als kongenialer Komponist und Pianist verschmilzt er mit seiner Musik. Die ist ungewöhnlich reich an Farben und eingängigen Melodien. Gekonnt mischt er wilde Sounds und Samples darunter. So entsteht ein Puzzle aus klassischer Musik, sphärischen Computerklängen, elektronischen Beats, rockigen E-Gitarren und dröhnenden EBM-Bässen. Alles durchzogen mit knarzenden oder metallischen Soundeffekten. Traumwandlerisch und in sich versunken lässt er das exzentrische Gebaren von Schneewittchen geschehen, wobei er sich bei ihren Ausbrüchen schon ab und zu mal geistesgegenwärtig hinter seine Synthesizer duckt. Schneewittchen alias Marianne Iser und Thomas Duda treffen sich 1995 im verschlafenen Hildesheim. Von da an gehen die beiden unzertrennbar den gemeinsamen, musikalischen Weg. Zunächst frequentieren sie jede Kneipe, in der ein Klavier steht und legen los, egal ob die Leute wollen oder nicht. Später spielen sie in Altersheimen, Schulen und auf Partys. Schließlich schaffen sie den Sprung auf Kleinkunstbühnen und heimsen in kürzester Zeit diverse Preise ein. Von Anfang an irritieren und polarisieren sie ihr Publikum. Schneewittchen wird geliebt oder gehasst. Das Prädikat „ganz nett“ gibt es nicht. Im Juli 2005 tritt Schneewittchen im „Underworld“ in Hannover auf, in dem an diesem Abend Bruno Kramm als DJ engagiert und von dem Auftritt der Band schwer beeindruckt ist. Das erste Gespräch findet noch am selben Abend hinter der Bühne statt. Zwei Monate später bekommt Danse Macabre ein weiteres vielversprechendes Projekt dazu. Schneewittchens neues Album ist in Arbeit und wird erstmals auf Danse Macabre voraussichtlich im März nächsten Jahres veröffentlicht.

Presse-Echo: Den Tod nutzen sie als ultimatives Steigerungsmotiv, Ausdruck einer emotionalen Naturgewalt, die alle rationale Sicherheit zerstört. Das Paar bleibt zusammen allein. Statt der erotischen Erfüllung dominiert die existentielle Desillusion. Frankfurter Allgemeine Zeitung